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Unser altes Schulhaus in Bergheim |
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Alfred Rinnerthaler Herausgeber: Univ. -Prof. Dr. Peter Putzer im Salzburger Bildungswerk/ Bergheim Ältere Schulgeschichte von Bergheim Zugleich ein Beitrag zur rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Stellung der Lehrer im 18. und 19. Jahrhundert
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1 Die Errichtung einer Schule in Bergheim |
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Unser heutiges Bildungssystem geht in seinen Anfängen auf ein von der Katholischen Kirche im frühen Mittelalter in seinen Anfängen institutionalisiertes Schulwesen zurück. Der gesamte Unterricht an den ersten Schulen diente deshalb rein kirchlichen Interessen. Ausschlaggebend für das Engagement der Geistlichkeit im Bereich der Volksbildung war zum einen des Stiftes der Kirche “euntes ergo docete omnes gentes“, zum anderen die Tatsache, dass für die Kenntnis der Bibel, für die liturgischen Handlungen und die komplizierte Berechnung der gleitenden kirchlichen Feiertage sowohl für die die Kleriker als auch für interessierten Laien ein Mittelmaß an Wissen unabdingbar war.
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Gemäß den Aufzeichnungen von Pfarrer Josef Guggenbichler gab es also in Bergheim einen Schulmeister seit dem 23.Juli1704. Diese unbelegten Angaben scheinen einer Nachprüfung durchaus standzuhalten. So schrieb der Bergheimer Pfarrer Peter Ainkäs im Jahr 1707 folgendes über diesen ersten Lehrer:….zu Fischern, so ein Viertl Stundt von hie auß, haltet zwar ein versoffener liederlicher Uhrmacher, so vor drei Jahren von seiner Schmitten aus Seekürchner Pfarr hereingekhommen, die Schuell, ist aber niemahl aufgenommen sondern aus Noth, weill sonst kheiner verhandten, toleriert würd, hat etliche khleine Khünder in einen khleinen engen Stübl, in welchen er darneben arbeith, schlossert und hämert, warbey dan die Khünder nit leicht lehrnen khönen.
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Auszug von Seit 13 Dieser erste Lehrer , dessen Name leider nicht überliefert wird, war also weder von der geistlichen noch weltlichen Obrigkeit zur Unterrichtverteilung beauftragt. Bei der Schule in Fischach handelte es sich somit um eine sogenannte „Winkelschule“ also um eine ausschließlich private Gründung, deren Aufgabe allein darin bestand, zur Sicherung des Lebensunterhaltes ihres „Unternehmers“ beizutragen. Der unerfreulichen Schulsituation sucht Pfarrer Ainkäs dadurch zu begegnen, dass plante, das bisherige Mesneramt mit dem Amt eines Schullehrers und Organisten zu vereinigen. Dass ein grundsätzlicher Bedarf an einen Schullehrer bestand, bewies ja die Existenz der Winkelschule in Fischach. Zudem hatte der Pfarrer kurze Zeit nach seinem Amtsantritt aus eigenen Mitteln und mit Hilfe einiger Wohltäter eine Orgel mit fünf Registern für das Bergheimer Gotteshaus gespendet /vermutlich im Jahre 1705) „Die Schlagung der Orgel“ sollte somit für den Mesner und Schullehrer eine zusätzliche Einkommensquelle bilden. Unglücklicherweise war der damals schon drei Jahrzehnte amtierende Mesner, Ruep Gassner , für die beiden zusätzlich ins Auge gefasstenFunktionen völlig ungeeignet. Ja selbst sein Mesneramt, das er neben seine erlernten Weberhandwerk und einer Gastwirtstätigkeit ausübte, erfüllte er nicht zur Zufriedenheit des Pfarrers. Folgende Verfehlungen warf der Geistliche seinen Gehilfen vor: a)Dessen ybermessiges Trinkhen...derentwegen ihn mein Herr Vorfahrer, ihro hochwrd.deromahligen Dechant zu Seekhürchen , zu seiner Zeit bey Gericht in die Kheichen stöckhen lassen. b)Seine“ große Nach- und Hinlässigkheit bey dem Dienst, bey welche er selbsten wenig,sonder vast alles, nur durch einen 12jährigen Puben, wider mein öfftere mein threuherzige Ermahnung verrichtet. So musste etwa die Kirchenuhr wegen unsachgemäßer Behandlungmehrfach repariert werden. Da der Mesner nach der Sonntagsmesse es auch immer eilig hatte, auf seinen Hof zu kommen, um sich dort dem Gewinnträchtigen Ausschank von Bier und Branntwein zu widmen, geschah es einmal, dass die Sakristeitür unversperrt blieb und der Schlüssel noch außen im Tor steckte. Ein anderes Mal geschah es, so die Schilderung von Pfarrer Ainkäs“ dass er mir bey öffentl. Exequien anstadt des Weines Wasser zum Altar gebracht, auch ich, wan es nitante infusione gemörckht hette, nulliter consecriert hette“. c) Schließlich bemängelte der Pfarrer noch, „wie verschwendlich gegen anderen meinen Mössnern dieser Pfarr mit dem Baumöll und Wax , umgehe“.Die Klagen des Pfarrers und die Tatsache, dass Ruep Gassner Ende1705 oder Anfang 1706 in Anwesenheit des Gerichtsschreibers und der Zöchpröbste dem Pfarrer den Mesnerdienst unüberlegt aufgekündigt hatte, bewogen schließlich das fürsterzbischöfliche Konsistorium |
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Im Jahre 1707 suchte man in Bergheim wieder einmal einen passenden Lehrer.
Ein wesentlich besser geeigneter Kandidat als sein Vorgänger war bald gefunden. Es handelte sich um Simon Perkhamber ,lädigen Standes bey 24 Jahre alt, sambt seinen Vattern N. Perkhamber, der schon 34 Jahre zu Auersbach Mesner ist, und der dem Pfarrer „pro caeteris tauglich und anstendig zu sein schien“ Im September 1708 leitete Ainkäs die Bewerbung Perkhambers an das Konsistorium weiter. Noch einmal musste der Pfarrer in seinen Bemühen um einen geeigneten Lehrer vorübergehend einen Rückschlag hinnehmen, da wie er glaubte ihm „ zu Trutz“ im Würteshaus zu Lengfelden ein neuer frembter (Schulhalter Anm. d. Verl.) aufgenommen worden war, der auch würkhl. Schuell halt, und unterschidl. Schuellkhünder hat. Der Pfarrer wusste nicht einmal wer er ist, wie er haisse, wessen Religion, Khunst, Wissenschaft, Sitte er seye, was für ein straffmessiges insolentes Stückhl hielt. Nachdem aber auch noch dieses Hindernis beseitigt worden war und er durch den Tod des alten Gassners auch das Messnergut an ihn zurückgefallen glaubte, schien der Traum des rührigen Bergheimer Pfarrers endlich erfüllt. Er hatte nunmehr einen Mesner, der nicht nur die Orgel spielen sondern auch die Schule halten konnte. Am 23. Jänner 1709 übergab er Simon Perkhamber im Beisein der Zechpröbste die Kirchen und Sakristeischlüssel sowie das Guetl sambt den Diensten, gegen Erlag der Anläuth. Da das Mesnerhaus noch nicht geräumt war, nahm der Pfarrer vorübergehend den neuen Mesner, Lehrer und Organisten mitsamt den Schulkindern in seinen Pfarrhof auf. Dies war nur ein als eine kurzfristige Übergangslösung gedacht, sollte doch in Zukunft einer der Räume im Mesnerhaus als Schulstube adaptiert werden. Damit kann man das Jahr 1709 als das erste Jahr mit einem ordentlichen, unter der Aufsicht der zuständigen Behörden stehenden, Schulbetrieb in Bergheim bezeichnen. |
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Diese Auszüge aus diesem Buch sind wirklich sehr interessant daraus lesen zu können. Die damalige Rechtschreibung ist für uns heutzutage auch etwas ungewohnt zu verstehen. Auch hatte so ein damaliger Lehrer sehr viele Nebenbeschäftigungen zu bewältigen. sowie als Mesner Kirchendiener usw. verdiente er sich mühevoll seine fl (Florini – Gulden). Wir in Bergheim können sehr stolz sein auf unser altes Mesnerhaus, in welchen die Schule sehr lange untergebracht war. Da es im Freilichtmuseum Großgmain wieder aufgebaut wurde und nun von allen Besuchern bewundert werden kann. ++++++++++++++++++++++
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Jahrzehnte der Politischen und Schulischen Umwälzungen Lehrer zu sein bedeutete im ganzen 18. Jahrhundert in Bergheim für den dortigen Mesner die Ausübung einer eher ungeliebten, zeitaufwendigen und dazu noch schlecht bezahlten Nebentätigkeit. Nimmt man die von Joseph Anton Leutner 1787 erstellte Fassion als Grundlage, so stammten nur ca. 10% der Einnahmen aus der schulischen Tätigkeit. Bergheim war diesbezüglich sicher kein Einzelfall, in den meisten Volksschulen außerhalb der Landeshauptstadt dürften ähnliche Verhältnisse geherrscht haben. Erst in der Zeit der Aufklärung begann das allgemeine Desinteresse an schulischen Fragen u schwinden. In Salzburg war die vor allem dem letzten geistlichen Landesherrn, Hieronymus Colloredo- einen Paradejosephinisten zu verdanken fortschrittliche Geisteshaltung auch vor dem Schulwesen nicht Halt machte. |
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Auszug von Seite 33 (es ging um die Bedrohung von Mesner Joseph Leutner dessen Einkünfte) Trotz der 1787 erfolgten Anhebung seiner Bezüge sah Joseph Leutner wenige Jahre später1798 neuerdings die Früchte seiner Arbeit bedroht. Ursache hierfür war die Errichtung des neuen Vikariats Elixhausen, das kirchlich gesehen bislang zu Berghein gehört hatte. Diese Vikariatserrichtung ging ausschließlich auf Kosten Bergheims, da nur dieser Pfarre angehörende Personen für eine Eingliederung nach Elixhausen votieren durften. Die Elixhausner Gemeinde anerkannte auch dann grundsätzlich die Berechtigung dieser Bitte und nahm es auf sich einsweil zu versuchen ob es sich nicht auch mit diesem Supplikanten auf eine Schadloshaltung, aber nur ad dies viate, allenfalls in Güte verstehen könne. Konkrete Überlegungen gingen dahin, dass der Mesner in Elixhausen „ die Hälfte von allen seinen Mesner-Gefällen mit dem Pfarrmesner ad dies viate desselben redlich“ teilen sollte. Ein so großes arbeitloses Zusatzeinkommen erschien Inventurs Commissar Albert von Mölk jedoch unvertretbar. Er argumentierte vielmehr dahingehend, dass auch ohne die Einrichtung einer selbstständigen Seelsorge in Elixhausen keine Garantie für den Fortbestand einer zweiten Kooperatorenstelle in Bergheim bestanden hätte. Ein so großes arbeitloses Zusatzeinkommen erschien Inventurs Commissar Albert von Mölk jedoch unvertretbar. Er argumentierte vielmehr dahingehend, dass auch ohne die Einrichtung einer selbstständigen Seelsorge in Elixhausen keine Garantie für den Fortbestand einer zweiten Kooperatorenstelle in Bergheim bestanden hätte. |
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Auszug aus dem Buch Seite 63: Die Trennung von Schule und Kirche Seit dem Abschluss des Konkordates zwischen Österreich und dem heiligen Stuhl im Jahr 1855 hatte vor allem die Liberale Partei in Österreich nicht mehr geruht, um diesen Stein des Anstoßes zu beseitigen. Dabei ging es ihr vor allem um die Beseitigung der kirchlichen Jurisdiktion über die Ehe, die Einführung Zivilehe, eine Reform des Volksschulwesens und letztlich um die vollständige Nichtigerklärung des Concordates. Die Katholische Kirche hingegen sah in diesen Bestrebungen einen „ Sturm wider Religion und Christentum“, ein Angriff „ auf die Heiligkeit und Unauflöslichkeit des Ehebandes“ und einen Versuch,“ die Schule zur Propaganda des Unglaubens umzugestalten und eine Schule ohne Religion und sittlichen Ernst zu schaffen.
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Begleitet wurden diese unüberbrückbaren Auffassungsunterschiede von einer publizistischen Schlammschlacht, im Zuge derer etwa die „ Neue Freie Presse“ den Kern der Misere der Volksschulen in der Unterordnung der Schule gegenüber der Kirche ortete:Der Schulgehilfe am Land ist der Knecht, der Sklave des Pfarrers, er ist der ordinäre Diener desselben, und da das Einkommen der Lehrer so niedrig ist, dass kein gebildeter Mensch hievon Leben kann, so finden wir Schullehrer, die selbst aller Wissenschaft entbehren. Und solche Männer sind berufen, Österreichs Jugend zu bilden und zu lehren. Aber welch wahrhaft gebildeter Mensch wird sich hergeben Glocken zu Läuten, Baldachine zu tragen, zu ministrieren und die Kirche (1916)auszukehren (und dessen Holzböden zu schruppen), so wie die Lehrer des Volkes auf dem Land thun müssen….. |
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Diese verhärteten Fronten gerieten schließlich dadurch in Bewegung, dass es der Liberalen Partei die bereits im Abgeordnetenhaus über die Majorität verfügte- gelang dieselbe sich auch im Herrenhaus (im November 1867)zu verschaffen. Die Stadtgrundgesetze vom 21 Dezember1867 waren die ersten Resultate der veränderten Machtverhältnisse. Das Kirchliche Schulwesen wurde von diesen Gesetzen in erster Linie durch §11 lit.i des StGG über die Reichvertretung betroffen.
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Eine Schultasche von damals. |
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| Auszug aus diesem Schulgeschichtsbuch von Seite 76 | ||
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Die Lehrer an der Bergheimer Schule von der Schulreform 1869 bis zum Ende des 19. Jahrhundert
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Mit Entschließung der Salzburger Landesregierung vom 28. März1860 wurde Michael Kainzner zum Schullehrer, Mesner und Organisten bestellt. Kainzner war verheiratet, zu diesem Zeitpunkt 46 Jahre alt, und hatte bereits 24 Dienstjahre absolviert. Er galt als vorzüglicher Lehrer, der sich sogar weit“ über die Gränzen jener Gemeinden, bey denen er angestellt war“ einen guten Ruf erworben hatte. So erfreulich der Gewinn eines guten Lehrers war, so brachte doch diese Ernennung gewisse Nachteile für die Gemeinde mit sich. Da die Witwe Leutner nun keine Bezüge mehr erhielt und Kainzner auch ihr gegenüber keine Unterhaltsverpflichtungen hatte, wandte sie sich um finanzielle Unterstützung an die Gemeindekasse. Maria Leutner stützte ihren Anspruch auf § 297 der politischen Schulverfassung, der jeder Lehrerwitwe, deren Mann durch zehn Jahre an einem Ort unterrichtet hatte, eine tägliche Unterstützung von acht Kreuzern gewährte. |
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Die Gemeinde anerkannte auch grundsätzlich diese ihre Verpflichtung, wandte sich aber dennoch wegen der ohnedies hohen Armenausgaben an das Bergheimer Pfarramt mit der Bitte, die Zahlungen für die Antragstellerin aus dem gut dotierten Bergheimer Schulfond zu bestreiten. Angesichts der Befürwortung dieses Ansuchens durch die Lokal-Schulaufsicht Bergheim darf man annehmen, dass der Bitte der Gemeinde vom Bezirksamt ganz oder teilweise entsprochen wurde. |
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Viel hat sich inzwischen in der Schulreform geändert, da wir nun im 21.Jahrhundert schon sehr froh sein können sowie es auch sehr schätzen sollten, welch soziale Vorteile jedem heutzutage zu gute kommen.
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Diese Ältere Schulgeschichte von Bergheim ist daher eine besonders lobeswerte Niederschrift wobei man Herrn Alfred Rinnerthhaler sowie dem Herausgeber Herrn Prof. Dr. Peter Putzer herzlich danken muss dafür. +++++++++++++++++++
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Lageplan von Damals. (Oben links der Standort der jetzigen Schule) |
Ein Schulzeugnis |
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Eine Schulklasse von Damals. |
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Das Erste von der Gemeinde Bergheim erbaute Schulhaus
in Bergheim, Diese Schule stand an den Platz der heutigen Volksschule |
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Schulordnung von Bruck an der Glocknerstraße. |