Das Salettl vom Jägerwirt
Im Frühjahr 1929 wurde im Gastgarten des
Jägerwirtes in Kasern an Stelle des bestehenden, sehr kleinen Salettls
ein neues errichtet. Bis zu Beginn der 1960er Jahre war es in der warmen
Jahreszeit geöffnet und diente den Bauern, Bäuerinnen und Boten aus den
Flachgauer Gemeinden, die vom Viehmarkt, Gemüsemarkt oder von
Besorgungen in der Stadt nach Hause fuhren, als beliebte Einkehr.
An den Wochenenden wanderten die Städter gerne zum
Jägerwirt und kehrten dort auf eine Jause ein.
Das Salettl ist noch ganz in der Tradition der
Jahrhundertwende als leichter Holz-Ständerbau mit großen Fensterflächen
ausgeführt. Es steht hier stellvertretend für eine Vielzahl von
Salettlbauten, die besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
die Gastgärten zierten und in ihrer Form und Gestaltung an die Pavillons
und Veranden im Salzkammergut erinnern. Die Farbgestaltung ist ebenfalls
typisch und mit Ölfarben nach dem historischen Vorbild wieder
hergestellt worden.
Der tonnengewölbte Keller, der am ursprünglichen
Standort aus dem Naturstein gehauen war, wurde für die Verwendung im
Freilichtmuseum betoniert und leicht vergrößert.
Einen Schritt vom Salettl entfernt stand eine
kleine Hütte, der „Eiskeller". In drei gut gedämmten Räumen wurde das am
nahegelegenen Teich geschnittene Eis im Winter aufgeschlichtet, dessen
Reste sich bis in den September halten konnten. Es diente zum Kühlen von
Getränken und Fleisch. Ursprünglich wurden im Salettl Bier und Kracherl
(mit Himbeer-, Waldmeister- oder Orangengeschmack) ausgeschenkt.