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Das
Mesnerhaus
Das
Mesnerhaus aus Bergheim wurde im Jahr 1677 gebaut und ist sowohl in bau-
als auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht interessant. Als Bauernhaus
zeigt es mit seinem Schopfdach von 1799 beispielhaft die im Flachgau um
die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert einsetzende Umgestaltung der
flachgeneigten Legschindeldächer in steile Scharschindeldächer. Als
Schulhaus war es seit 1704 neben der Kirche der wichtigste
Bildungsmittelpunkt des Dorfes. Bis zum Jahr 1890 wurde im Mesnerhaus
Unterricht gehalten. 98 Kinder und nur ein Schulzimmer war schließlich
unzumutbar, und so erbaute man in Bergheim ein eigenes Schulhaus.
Der
Mesner, für Pflege und Schmuck des Kirchenraumes und das Glockengeläut
zuständig, war bis zum Schulhausbau auch Lehrer und Organist. Das
Mesnerhaus gehörte zur Kirche Bergheim, von der er auch wirtschaftlich
abhängig war. Das Gut war ihm bis 1848 zu Leibgeding vergeben, das
heißt, die Nachkommen des jeweiligen Mesners hatten keinen Anspruch auf
das Wohnrecht in diesem Haus, was gerade nach Renovierungen immer wieder
zu Streitereien zwischen Grundherrn und Mesnern führte.
Das
Mesnerhaus ist ein Flachgauer Einhof, in der üblichen
Grundrissgliederung Wohnteil-Tenne-Stall, dessen zweiraumtiefer Wohnteil
im Erdgeschoss links des Mittelflures Stube und Kammer, rechts Stübl und
Rauchküche mit offenem Herd und schliefbarem Kamin zeigt.
Der
Wohnteil ist zur Gänze im Schließschrotblockbau gezimmert, dessen
Außenwände im Erdgeschoss, einer prestigebedingten Zeitmode folgend,
1873 verputzt wurden, da man Mauerwerk für nobler hielt als den Holzbau.
Auch die Innenwände waren verputzt, wobei nach dem Abschlagen des Putzes
im Museum die alte Fenstereinteilung des 17. Jahrhunderts sichtbar
wurde. Um diese baugeschichtliche Entwicklung zu zeigen, blieben die
Innenwände im Museum unverputzt. |
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Der
Wirtschaftsteil des Mesnerhauses besteht aus einem Ständerbau, der mit
einem Schindelmantel verschalt ist und auf aus Flyschsandstein
gemauerten Stallwänden aufsitzt.
Das
Legschindeldach wurde 1799 durch ein mittelsteiles Pfettenstuhldach
ersetzt. Die Giebelseite trägt einen Gang, dessen Verbretterung
menschliche und tierische Gestalten zeigt. Die Steildachentwicklung
wurde im 19. Jahrhundert von der Obrigkeit gefördert, da sie die
Eindeckung mit genagelten Scharschindeln ermöglichte, zu deren
Herstellung auch kürzere Stammabschnitte taugten, was eine Holzersparnis
bedeutete. Außerdem hatte das Scharschindeldach eine längere
Lebensdauer, weil das Wasser schnell abfloss. Auch die infolge
verbesserter Anbau- und Düngungsmethoden erzielten höheren Ernteerträge
ließen die Dachaufsteilung zur Gewinnung größerer Bergeräume zweckmäßig
erscheinen.
Ab 1704 wurde im Mesnerhaus unterrichtet. Das Schulzimmer im
Obergeschoss wurde 1810 erstmal erweitert und durch größere Fenster
besser belichtet. 1860 erfuhr es nochmals eine Erweiterung. In diesem
Zustand wird das Haus im Museum |
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